Jochen Strauch
Jochen Strauch wächst an der Grenze zu Belgien und den Niederlanden auf und spricht in seiner Jugend fließend französisch. Nach seinem Regiediplom führen die ersten Engagements den gebürtigen Rheinländer vom Schauspiel Köln über die Münchner Kammerspiele ans Deutsche Schauspielhaus Hamburg, wo er als Dramaturg und Regisseur arbeitet. Dort baut er unter anderem eine internationale Schreibwerkstatt mit auf und etabliert mit ersten Inszenierungen die Idee eines Jungen Schauspielhauses. Von 2002 bis 2009 arbeitet er erstmals inter/national freelance und inszeniert zeitgenössische Dramatik, Klassiker und musikalische Produktionen, u.a. in Bonn, Hamburg, Kassel, Lübeck, Rom und Zürich.
Von 2006 bis 2009 ist er Stipendiat des Masterprogramms für Führungspositionen in Kunstinstitutionen an der Universität Zürich, das er 2009 als Executive Master in Arts Administration abschließt. Noch während seiner Zürcher Masterarbeit über Kunstsponsoring und Fundraising, die auf dem Modul Arts & Economics an der UCLA Berkeley/San Francisco basiert, wird er als Kommunikationsexperte ans Thalia Theater Hamburg engagiert. Das von ihm entwickelte Programm Thalia Kulturlandschaften wird 2014 im Rahmen der Initiative Deutschland – Land der Ideen ausgezeichnet. Mit dem Barcamp Theater und Internet initiiert er zudem die erste nationale Konferenz zur Auseinandersetzung von Theatern mit den damals noch neuen sozialen Medien und implementiert diese Kanäle in die Kommunikation des Theaters.
Seit 2017 arbeitet Jochen Strauch wieder inter/national als freier Regisseur. Sein Interesse gilt dabei mehr denn je einer maximal diversifizierten, genre- und spartenübergreifenden Theaterarbeit. Inszenierungen führen ihn unter anderem nach Aachen, Berlin, Göttingen, Graz, Darmstadt, Neuss, Rostock, Saarbrücken und Zürich. Dabei stehen Klassiker wie »Hamlet« und »Nathan der Weise« neben Deutschsprachigen Erstaufführungen und genreüberbrückenden Arbeiten wie die Musiktheater-Erzählung »Das Evangelium der Maria« nach Colm Tóibín mit Pergolesis Stabat Mater oder die Europäischen Erstaufführungen von David T. Littles amerkanischer Anti-Kriegsoper »Soldier Songs« und das Interkulturelle Jugendstück »Dschabber« des ägyptisch-kanadischen Autors Marcus Youssef, das 2019 mit dem Berliner IKARUS ausgezeichnet wird.
Von 2023 bis 2025 begleitet und berät er parallel zu seiner Regiearbeit die designierte neue Leitung der Hamburgischen Staatsoper, Tobias Kratzer und Omer Meir Wellber, beim Aufbau ihrer Kommunikation für den Neustart des Hauses im September 2025.
Jochen Strauch lebt in Welt, einem kleinen Dorf an der Nordsee.
»Geheimnisse« ist seine dritte Comédie Française am Deutschen Theater Göttingen.
© Peter Hönnemann
