Viele hätten gern eine Wohnung in einem Altbau in zentraler Lage, und die junge Zoey hat das große Glück, in so einer wohnen zu können. Sie ist eine der letzten Mieter*innen in dem Haus aus dem Jahr 1880, das nach und nach von einer Immobilienfirma entmietet wird. Seit langem schon hält sie dem Druck stand, der auf sie ausgeübt wird. Denn zu groß ist ihre Angst, keine neue bezahlbare Wohnung finden zu können, auf der Straße zu landen und einsam zu werden. Doch je leerer das Haus durch die ausziehende Nachbarschaft wird, umso lauter werden die musizierenden Gespenster aus dem 19. Jahrhundert. Über die liebe Not, die man mit den lärmenden Spukgestalten und den Vermieterinnen hat, lernt Zoey ihre taube Nachbarin Trisha kennen. Fürsorglich kümmert sich Trisha um die immer erschöpfter und resignierter werdende Zoey, und sie schaffen es in empathischer und zugewandter Weise, zwischen hörendem und gehörlosem Menschen eine Freundschaft aufzubauen. Doch mit der Zeit spitzen sich die Konflikte zu, und Entscheidungen müssen getroffen werden. In »Altbau in zentraler Lage« treffen die harte Realität des Mietmarkts, eine opulente Fantasie, die Macht des Geldes, die Schönheit der Musik und ganz wesentlich Hören und Nicht-Hören aufeinander und entfalten eine ganz eigene Theaterrealität, die Kritik formuliert, aber auch bezaubert.
Pressestimmen
»Das Zusammenspiel von Wollrad und Valytė zieht in den Bann, und gegen Ende hat die Taube Schauspielerin einen sehr bewegenden Auftritt, der auch ohne gesprochenes Wort vollkommen verständlich ist.«
Peter Krüger-Lenz, Göttinger Tageblatt, 27.04.2026
»Eine spannende, außergewöhnliche Inszenierung, zu der Lydia Huller und Robert Sievert (Bühne und Kostüm) sowie Augustin Zimmer (Musik) ihren Beitrag geleistet haben. Wie die Premiere gezeigt hat, können zeitgenössische Theatertexte ein Publikum ganz unterschiedlichen Alters erreichen und fesseln – wenn aktuell drängende Fragen in der frischen Sprache einer Raphaela Bardutzky gestellt werden.«
Christina Hein, HNA, 27.04.2026
»Insgesamt ist die Inszenierung von Daniel Foerster sehr gelungen. »Altbau in zentraler Lage« zeigt, wie individuelles Handeln gegen ein System verliert, das zugleich unsichtbar und sehr real ist. Dieses Stück integriert die Gebärdensprache auf natürliche Weise ins Theater und macht die Perspektive gehörloser Menschen greifbar.«
Anjuschka Zahn, Kulturbüro, 27.4.2026
»Insbesondere das Zusammenspiel und die Begegnung von hörenden und nicht hörenden Akteur*innen auf und vor der Bühne trägt auch über weniger starke Stellen im Handlungsablauf. Eindrucksvolle Bilder und Momente bleiben in Erinnerung.«
Claus Lampe, Scharfer Blick / Kritiker*innenclub 29. April 2026