Berlin – Die Sinfonie der Großstadt

19. Stummfilmfestival
dt.1
Premiere 15. März 2026
Dauer 70 Minuten
15.03
So
20:00-21:10 Uhr
Regie: Walter Ruttmann
Live-Begleitung: Alp

ALP sind die Berliner Musiker Mattef Kuhlmey (Bass, Gitarre, Laptop), Konrad Hempel (Gitarre, FX, Vocal), Alex Lode (Schlagzeug, FX). Ohne die Pathetik keyboardgeladener hollywoodesker Filmmusiken vereinen ALP Stummfilmbegleitung und modernen Sound zu einem Live-Event. Jeweils speziell auf den Film komponierte Soundtracks sorgen, durchbrochen von improvisierten Passagen und Soundscapes, für eine außergewöhnliche Begleitung des Films. Während die zeitlosen Geschichten ihre Bahnen ziehen, sorgen ALP für eine Symbiose aus Schauer, Gänsehaut und leidenschaftlichem Elektronoiseambientsound.
Berlin: eine Stadt erwacht aus dem Schlaf und wird zur Legende, 1927, fünf Jahre vor dem Ende der Weimarer Republik. Ein Kaleidoskop von Eindrücken, die ein lebendiges Bild der Viermillionen-Metropole vermitteln: von der ersten Morgendämmerung, wenn die ersten Pendlerzüge einlaufen bis in die späte Nacht, wenn sich die Lichtreklamen der Kinos und Tanzpaläste auf dem regennassen Asphalt spiegeln. Hektik und Beschaulichkeit, Armut und Reichtum, Angestellte, Flaneure, und immer wieder Busse, Straßenbahnen, Lastwagen, U-Bahnen, Züge, Autos, Fahrräder, Fußgängerströme als Pulsgeber des groß-städtischen Rhythmus.
BERLIN – DIE SINFONIE DER GROSSSTADT ist eine faszinierende Zeitreise in das Berlin vor 100 Jahren und ein Pionierwerk des dokumentarischen Films. Regisseur Walter Ruttmann konstruierte den Film um sorgfältig arrangierte Bewegungsabläufe nach einer sinfonischen Form, deren Rhythmus hypnotisiert, dem Zuschauer ein Geschwindigkeitserlebnis vermittelt und die einen neuen Sinn erzeugt, der über die Gegenständlichkeit der Filmaufnahmen hinausgeht.
„Dieser Film! Er ist keine liebliche, keine heroische Sinfonie, verschönt oder verschlimmert durch keine Spielhandlung. Die Diva des Films ist Berlin, die Handlung heißt Berlin, das Happy-End ist kein Happy-End und auch kein tragischer Abschluss. Ein ‚rasender Reporter‘ hat dieses Berlin photographiert, kalt und doch von seinem Stoff hingerissen, hundeschnäuzig und doch voll Herz.“ (Gong: Film der Zukunft, Deutsche Republik, 7.10.1927)

Bildergalerie